Studiobau – Tonstudio im eigenen Haus?
Sinkende Gerätekosten in der Tontechnik machen es möglich: in Deutschland entstehen immer mehr kleine, spezialisierte Tonstudios, in denen zum Beispiel Amateurmusiker ihre Demos abmischen. Bevor man jedoch einen leerstehenden Raum oder den Keller zum Studio umfunktioniert muss man sich über Einiges Gedanken machen. An erster Stelle steht da sicher der Lärmschutz. Denn insbesondere in Wohngebieten dürfen andere Anwohner natürlich nicht durch das Studio belästigt werden. Es muss also von Anfang an auf eine ordentliche Schalldämmung geachtet werden. Aber auch die Innengestaltung eines Tonstudios will wohlüberlegt sein und sollte dem jeweiligen Zweck genau angepasst werden.Grundlagen und Raumkonzepte im Studiobau
Beim Studiobau stehen verschiedene Konzepte der Raumnutzung zur Verfügung. In kleineren Räumen bietet sich ein sogenanntes Einraumkonzept an. Dabei wird eine transportable Aufnahmekabine verwendet, so dass keine feste Aufteilung zwischen einem Regie- und einem Aufnahmeraum stattfinden muss. Dieses Konzept bezeichnet man auch als Raum-in-Raum-Lösung. Geht es nur um reine Weiterverarbeitung von Klängen, die zum Beispiel vorher in einem anderen Studio aufgenommen wurden, so wird gar kein Aufnahmeraum benötigt. Normalerweise wird jedoch eine Trennung in einen Regieraum und einen Aufnahmeraum vorgenommen. Im Regieraum überwacht dabei Tontechniker, Aufnahmeleiter oder auch die gerade nicht aktiven Sänger die Aufnahmen, die mittels der Lautsprecher aus dem Aufnahmeraum übertragen werden. Ebenso befindet sich im Regieraum auch die benötigte Technik, insbesondere das Mischpult. Dieses ist mit allen Geräten wie Mikrofonen, Monitoren und Effektgeräten verbunden und stellt das zentrale Element im Regieraum dar. Über das Mischpult wird den Musikern im Aufnahmeraum Musik eingespielt, es werden die Ergebnisse aus dem Aufnahmeraum abgehört und abschließend erfolgt dann über das Mischpult die eigentliche Tonmischung. Im Aufnahmeraum spielt insbesondere die Akustik eine Rolle. Je nach dem, was hier aufgenommen werden soll, wird eine unterschiedliche Akustik benötigt. Insbesondere die Nachhallzeiten variieren bei den verschiedenen Akustikkonzepten.
Akustikelemente im Studiobau
Beim Studiobau stehen verschiedene Akustikelement zur Verfügung, die je nach gewünschter Raumnutzung und –Größe zusammengestellt werden können. Dabei sei noch einmal auf die Schalldämmung hingewiesen. Zur Vermeidung von Lärmbelästigung und um überhaupt die Arbeit im Tonstudio möglich zu machen, kommt ihr wohl die größte Bedeutung zu. Zunächst wären da einmal die Absober und Diffusoren, die jeweils eine entgegengesetzte Wirkungsweise haben. Absorber schlucken Klänge. Dabei gibt es spezielle und zielgerichtet eingesetzte Absorber aus porösem Schaum, die bei überdimensionierten Räumen eingesetzt werden können. Aber auch Elemente wie Teppichböden, Pflanzen und schwere Vorhänge „arbeiten“ wie Absorber – in einem professionell eingerichteten Studio haben sie daher eher nichts zu suchen, denn die Beeinflussung des Klanges ist somit kaum vorhersehbar. Basstraps sind sogenannte Tiefenabsorber, die tiefe Frequenzen schlucken sollen. Dabei handelt sich um eckige oder runde Säulen, die in den Ecken des Aufnahmeraumes platziert werden. Diffusoren dagegen zerstreuen die Klänge und können so kleine Räume akustisch quasi vergrößern.
